Ein Korb muss her …

Nachdem ich nun seit einiger Zeit glücklicher Träger äußerst bequemer und performanter Basketballschuhe bin (die Suche danach hat ja auch lange genug gedauert), gilt es nun, die physische Performance ein wenig zu pushen. Die ersten Trainings haben mir bereits recht unvermittelt aufgezeigt, dass ich anscheinend schon länger mehr keinen Sport getrieben habe. Inzwischen ist die Physis aber wieder halbwegs stabil und ich kann tatsächlich von Defense zu Offense und zurück zur Defense sprinten, ohne gleich umzukippen. Allerdings ist das große Manko, dass dieses Training nur 1-mal wöchentlich stattfindet. Insofern dachte ich mir, ist es vielleicht ganz förderlich, neben der reinen Kondition auch die Wurftechnik auszubauen und da ich früher sehr gerne Streetball gespielt habe, lag es natürlich nahe, einen der aus der Vergangenheit bekannten Plätze aufzusuchen. 

Wie ich jedoch bereits in meinem anderen Beitrag geschrieben habe, ist von Oldenburgs einstiger Begeisterung für Streetball nicht mehr viel übrig geblieben, was sich in einem überwiegend schlechten bis teilweise katastrophalen Zustand etwaiger Courts widerspiegelt. Aufgrund eben dieser Tatsache lag es schlussendlich nahe, über einen eigenen Korb oder gar eine richtige Korbanlage nachzudenken, zumal wir mit einer recht großen Auffahrt aufwarten können.

Nun ist Korb nicht gleich Korb, und das zeigt sich auf unterschiedlichste Weise. Die einen Körbe lassen sich nicht in der Höhe verstellen, die anderen Körbe haben kleine Backboards, die nächsten sind total wackelig oder sehen einfach nur wenig vertrauenerweckend aus. Auch muss noch unterschieden werden zwischen mobilen Körben, fest an der Wand montierten oder so genannten In-Grounds, bei denen der Mast direkt im Boden verankert wird.

Die „ich-dübel-dich-an-die-Wand-über-der-Garage-Variante“ musste leider der Erkenntnis weichen, dass die Montage aufgrund des Putzes und des nötigen Abstands aufgrund des Vordachs nicht so funktionieren wird, wie gehofft. Nach einiger Überlegung bin ich dann zu dem Schluss gekommen, dass eigentlich nur eine mobile Korbanlage meine Anforderungen erfüllen kann.

Ein wenig Recherche hat mich zu einem Modell von Kipsta, der Eigenmarke von Decathlon, gebracht. Allerdings gibt es hierzu online keine technischen Daten und vor Ort besichtigen kann man ihn auch nicht. Aber ich bin immer wieder auch über Spalding gestolpert. Spalding bietet die von Huffy Sports produzierten Körbe in jedweder Größe und Qualität an. Und ich dachte mir, etwas Großes oder zumindest Größeres muss her. Hier gibt es zwei Modelle, die mich förmlich angesprungen haben. Spalding NBA Gold Portable und Spalding NBA Platinum Helix Portable. Die Wertigkeit erschließt sich ganz offensichtlich anhand der Namen gewisser Edelmetalle und somit konnte ich schon mal nicht so falsch liegen. Doch wie sich herausstellte, sollte sich dies auch im Preis widerspiegeln. Ok, ein Gebrauchter reicht mir auch, sofern er optisch und technisch einwandfrei ist. Nach einigem Stöbern in den Kleinanzeigen bin ich dann auf das „Gold-Modell“ gestoßen. Kurz den Preis verhandelt und ab dafür. Vor Ort die Ernüchterung … der Korb hatte einen Sturmschaden, den mir der Verkäufer verheimlicht hat. Und auch sonst machte der Korb einen insgesamt schon recht mitgenommenen Eindruck, obwohl mir der Verkäufer am Telefon versichert hat, dass der Korb in einem Top-Zustand ist, kaum bis keinen Rost hat, etc. Die Realität sprach eine andere Sprache und ich hätte den Verkäufer am liebsten ungespitzt in den Boden gerammt.

Nach einigen Wochen, die seit diesem Erlebnis ins Land gezogen sind, stieß ich dann auf den Platinum zu einem recht interessanten Kurs. Ok, er überstieg den Preis dessen, was ich maximal bereit war, auszugeben, doch noch recht deutlich. Aber nach ein paar Tagen stand der Korb auf einmal mit einer deutlich geringeren Preisvorstellung im Netz. Und obwohl ich eigentlich warten wollte, kam ich nicht umhin, mich mit dem Verkäufer in Verbindung zu setzen. Nach einigem Hin und Her, sind wir uns preislich dann auch noch einig geworden. Einzig die lange Autofahrt (380km/Strecke) war ein wenig abschreckend – aber nicht für mich. Also hin da, angesehen und für … SUPER befunden. Auseinandergebaut und tatsächlich ins Auto passend, bin ich dann im Eiltempo zurück, denn das Ziel war: Er muss heute noch stehen. Und wie! In der Anleitung steht, man benötigt zwei Personen zum Aufbau. Aber um 21:30 möchte auch kein Nachbar mehr aus dem Bett geklingelt werden, um mit mir einen Korb aufzubauen. Also … Leiter her und los. Um 23 Uhr stand das gute Stück. Doof nur, dass ich um diese Zeit keine Würfe mehr machen könnte, aber nun … Was soll ich sagen? Die Saison kann beginnen!