Basketball und passende Schuhe in Oldenburg

So, da wären wir wieder im alltäglichen Wahnsinn angekommen. Ich wollte doch nur Basketball spielen. Doch dass dies zu einer Mammut-Gedulds- und Nervenprobe werden könnte, war mir zu Anfang nicht wirklich klar.

Vor einiger Zeit wurde ich bei einer Kohlfahrt gefragt, ob ich nicht Lust hätte, in der inoffiziellen, Ligen-fernen aber doch sehr ambitionierten Basketball-Truppe der Nachbarschaft mitzuspielen. Dass ich JA schon förmlich schrie, erwähne ich hier nur der Dramaturgie halber, denn es gab in meiner Jugend eigentlich nichts anderes als Basketball für mich. Leider musste ich den Sport an den Nagel hängen, da der Job dies nicht mehr wirklich zuließ.

Nach einem etwas ausgedehnten Snowboardurlaub sollte es kommenden Freitag dann zum ersten Training gehen. Ich habe noch die Worte von Christian im Ohr: „In Oldenburg gibt es keine Basketballschuhe!“ … „Ja ne, is klar …“ dachte ich zu diesem Zeitpunkt noch. Doch schon am nächsten Tag wich meine anfängliche Euphorie blankem Entsetzen. Es war kein Scherz sondern bittere Realität, die sich mir beim Besuch des 7. Sportgeschäfts mit einer brachialen Erkenntnis einhämmerte: Oldenburg muss Basketball hassen! Nein, nicht nur, dass es keine Schuhe gibt – es gibt noch nicht einmal Zubehör, außer die Trikots der EWE Baskets bei Galeria Kaufhof.

Wie dem auch sei, habe ich mir dann mal einen halben Nachmittag frei genommen und bin nach Bremen gefahren, in der Hoffnung, evtl. im Ochtum Park bei Nike oder Adidas entsprechendes Schuhwerk zu finden. Doch auch hier wurde mir neben einem müden Lächeln lediglich entgegnet, dass Bremen jetzt nicht DIE Hoop-City ist. WTF! Ok, letzter Versuch: Intersport Weser Park, Runners Point Weser Park, Foot Locker, Snipes & Co. in der Waterfront, Foot Locker Sögestraße, Karstadt Sport … es war zum Verzweifeln. Jetzt will man mal den Fachhandel unterstützen und was ist? Der lässt einen im Stich.

Es ist nun Freitagabend und soll somit mein erster Spieltag sein… was tun? Keine Schuhe aber motiviert wie Winnie Puh, der in nem Honigsee baden darf. Meine Laufschuhe – so bequem sie auch sind – werden definitiv zu weich sein. Aber  ich habe ja noch Squash-Schuhe, damit soll´s gehen. Also ab zum Training und was muss ich feststellen: Ich bin Gott sei Dank nicht alleine mit meinem Problem. Also auf auf, noch immer hoch motiviert. Doch nach 2 Stunden dann die schmerzhafte Bilanz: Geschundene Füße, kaputte Zehen, überdehnte Sehnen … Es müssen definitiv vernünftige Basketballschuhe her. Also auf zur zweiten Runde – Internet.

Ich bestelle also das erste Paar direkt beim Hersteller – den Adidas D Rose 4.5 … Leider zu groß -> Return to sender. Zweites und drittes Paar, oh .. ah … welch wohlwollende Passform. Ja, der isses … der Nike Lebron XI soll es sein, bestellt bei basketballshop24.de aka shoesforhoops.de. Aktuell ist der Schuh das Schlachtschiff unter den Basketballschuhen, was man auch unweigerlich denkt, wenn man den Schuh sieht. Armiert mit Platten wie bei einem Stealth-Bomber … Geschmackssache aber leider irgendwie … GEIL! Der Nike Hyperfuse geht zurück. Sitzt zwar auch recht bequem, ist mir aber zu instabil. Ich gehe also vor die Tür, dribbel ein wenig PERFEKT! Somit geht´s auf die Suche nach einem Streetball Court, damit ich den Schuh auch gleich mal richtig testen kann.

Es ist Samstag. Ich zwänge meine vom Vortag geschundenen Füße in die Lebrons und mache mich auf den Weg, einen geeigneten Court zu finden. Früher gab es an der Freilufthalle der Uni diverse Körbe. Alles klar, auf auf und davooooonnnn … doch STOP! Geöffnet von Mo-Fr sowie Sonntag. An Samstagen geschlossen … „Das ist ja wohl ein Scherz!“ dachte ich. Egal, ich bin mobil und beginne meine Suche. Um die Ecke beim naturwissenschaftlichen Komplex, da war meine ich auch noch ein Court. Also hin da. Doch auch hier musste ich feststellen, dass irgendwie alles nicht sein soll … zwar war da ein Platz, sogar zwei Körbe, aber diese waren blockiert, da Wartungsarbeiten durchgeführt wurden. Oh Mann…

Als überzeugter Smartphone-User kam mir allerdings in den Sinn, dass es für doch für so ziemlich jedes Problem eine App gibt und nach einer kurzen Suche wurde ich auch tatsächlich fündig: „Courts Of The World“ fürs iPhone. Gekauft! 89ct und installiert. Siehe da … 2 Körbe bei der IGS Marschweg – sauber! Ab hin da und losgedribbelt. … Der Platz war jetzt nicht so wirklich bombig, aber das Spielgefühl mit diesem Schuh war genial. Er saß wie eine Eins und war äußerst bequem. Aber es war auch kalt … Somit beschloss ich nach 45 Minuten dann doch, den Ball wieder einzupacken und nach Hause zu düsen.

Nach weiteren 5 Tagen war es dann so weit – nächstes Training. Hoch motiviert mit Schuhen wie ein Panzer ging es in die Halle. „Oh, neue Schuhe? Da muss jetzt aber richtig was gehen!“ … meinte Volker, mein lieber Nachbar, der tatsächlich mit Laufschuhen spielt … unglaublich, der muss Sehnen wie Stahlseile haben 😉

Recht schnell jedoch das Desaster: Der Schuh weitete sich unter den etwas anspruchsvolleren Spielbedingungen so stark, dass ich anfing, im Schuh zu rutschen. Ich hatte keinen Halt mehr und war nach 2 Stunden Spieldauer froh, dass es vorbei war.

basketballshop24.de war sehr kulant und nahm den Schuh zurück, allerdings mit 20 EUR Verlust. Geschenkt … besser, als auf einem Schuh sitzen zu bleiben, den man nicht spielen kann. Aber was jetzt? Ich bestellte im Gegenzug den Nike Hyperdunk 2013 und noch einmal den Adidas D Rose 4.5, diesmal eine Nummer kleiner.

Der D Rose sieht enorm gut aus und ist sehr leicht. Wow. Also mal reingeschlüpft und … sofort wohl gefühlt. Aber auch der Hyperdunk … wie eine zweite Haut. Okido .. welchen nehmen? Der Hyperdunk unterstütz das Fußgewölbe etwas stärker, ob das jetzt allerdings gut oder schlecht ist, will sich mir nicht so recht erschließen. Ich ziehe also beide Schuhe an, links den Hyperdunk, rechts den D Rose. Ok, beides recht angenehm, der D Rose etwas steifer beim Obermaterial, die Sohle direkter bei gleichzeitigem aber hinnehmbaren Verlust der Dämpfung (gegenüber dem Hyperdunk). „Minimal Setup“ nennt sich das – bin ich alt geworden 😉

Ganz Alba Berlin spielt mit Adidas, die EWE Baskets fast ausschließlich mit Nike. Ist das Ganze eine Glaubensfrage? Vielleicht. Ich entscheide mich erst einmal pro Optik und spiele den Adidas beim nächsten Training in der Halle.

Er sitzt, ist äußerst reaktionsschnell und die Dämpfung ist soweit doch noch besser als vermutet. Der Support ist gut bis sehr gut und durch den Aufbau der Sohle ist der Schuh extrem flexibel und lässt sich gut sprinten. Alles in allem anscheinend eine gute Entscheidung. Doch am nächsten Tag dann das: Vorderfußschmerzen, die Knie etwas mitgenommen … das kann doch nicht sein? Jetzt habe ich noch einen Schuh verspielt? Mist. Noch mal der Vergleich: Hyperdunk .. Ja doch, viel angenehmer im direkten Vergleich .. Also umentschieden. Dann doch noch mal in den Adidas und … umentschieden. Ich dreh durch … Es ist zum Verzweifeln….

3 Tage später. .. eine endgültige Entscheidung muss her. Ich hab´s: Ich behalte einfach beide. Öhm… ne, keine gute Idee. Also dann jetzt … hopp oder topp. Hatte ich schon erwähnt, dass ich zwischenzeitlich mit dem Support von Nike telefoniert hab? Und dass ich mit Diego von basketballshop24.de ein nettes Gespräch hatte? Sodenn… ich habe mich final dann doch für den Adidas entschieden, nachdem ich mit beiden Paaren noch mal zur Uni bin, um ein paar Körbe zu werfen. Ich fühlte mich zunehmend wohler in den Adidas und beschloss, die Nikes nicht noch auszuprobieren. 1:0 für Adidas also. Schlussendlich die ganze Aufregung umsonst, denn der Adidas hat eine tolle Passform und die anfänglichen Wehwehchen waren beim zweiten Mal auch komplett verschwunden – und das sogar auf ´nem Hartplatz.

Also … Mission accomplished 🙂 … finally!

Nachdem nun die Schuhfrage geklärt wäre, stellt sich wieder die Frage nach den Basketballplätzen. Hierzu dann mehr in meinem Basketball-Court Blog 🙂